Anne Kete-Ebetina vom Projekt Jobstarterplus mit Leonhard Dietrich, dem pädagogischen Leiter der Volkshochschule, bei der das Projekt angesiedelt ist. Titelfoto/Foto: Udo Fürst

Jobstarter plus: Ausbildungsplätze zu bieten

Zu wenig Bewerber für zu viele freie Lehrstellen: Das Projekt „Jobstarter plus“ hilft kleinen Firmen.

Die Zeiten haben sich massiv geändert. Konnten die Unternehmen ihre Auszubildenden bis vor wenigen Jahren noch unter einer Masse an Bewerbungen auswählen, so ist dies heute mehr oder weniger umgekehrt. Junge Menschen haben die Qual der Wahl, was ihren künftigen Ausbildungsplatz betrifft. Gut für sie, schlecht für viele vor allem kleine Firmen, die händeringend Nachwuchs suchen. Momentan gibt es 809 freie Stellen auf dem Ausbildungsmarkt des Arbeitsamtsbezirks Weiden, aber nur circa 200 Jugendliche, die noch keine Lehrstelle haben.

 

„klein & fein“

Hier setzt das Förderprogramm „Jobstarter plus“ des bei der Volkshochschule angesiedelten Zentrums für regionale Bildung (zrb)Weiden an. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten bundesweiten Projekt ist es, Klein- und Kleinstunternehmen für die Ausbildung zu gewinnen und neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Unter der Überschrift „klein & fein: Ausbildung  mit Herz, Hand und Verstand“ steht die Ausbildungsplatzentwicklung in kleinen Unternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) und in den freien Berufskammern in der nördlichen Oberpfalz im Fokus. Anne Kete-Ebetina hat keine leichte Aufgabe. „Wir können uns leider keine Lehrlinge backen“, bedauert die für das Jobstarterprojekt zuständige pädagogische Fachkraft des zrb. Ihre Aufgabe ist es, Firmen mit zwei bis 49 Mitarbeitern in der nördlichen Oberpfalz bei der Suche nach Auszubildenden zu unterstützen. „Kleinbetriebe haben natürlich keine solchen Möglichkeiten wie große Unternehmen, die Interessenten den Ausbildungsplatz schon mal mit einem Handy oder Laptop schmackhaft machen.“ Deshalb müssten die Kleinen ihre Attraktivität anderweitig steigern. Hier will das zrb ansetzen und unter anderem noch nicht ausbildende Klein- und Kleinstunternehmen in Bezug auf Neuerungen und Innovationen in Ausbildungsberufen beraten sie bei administrativen und rechtlichen Fragen sowie bei der Suche nach Auszubildenden in Kooperation mit der Agentur für Arbeit unterstützen.

 

Gezielte Hilfen

Weitere Punkte sind zum Beispiel die Unterstützung bei der Anbahnung von Praktika und Einstiegsqualifizierungen( EQ) mit dem Ziel der Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis, die Hilfe bei Einstiegsqualifizierungen und ausbildungsbegleitenden Hilfen, ein Berufe- und Betriebsmarketing zur Steigerung der Ausbildungs- und Arbeitgeberattraktivität, eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit  sowie die Unterstützung bei Arbeitsgruppen, Fachforen oder Workshops sowie bei Aktionen der beruflichen Ausbildung. Kete-Ebetina  spricht ein Problem an, mit dem man immer wieder konfrontiert werde: den schlechten Einfluss der Eltern auf ihre Sprösslinge. „Die meinen es zwar gut, wollen aber zu viel. Sie sollten den jungen Leuten die Entscheidung für den Beruf selbst überlassen.“ Deshalb suche man auch das Gespräch mit den Eltern und initiiere Elternabende und Aktionstage. „Wir wollen eine größtmögliche Offenheit gegenüber den Ausbildungsberufen herstellen und andererseits den Firmen zeigen, wie  sie Azubis gewinnen können.“

 

Das Weidener Projekt ist eines von bundesweit nur 16  Vorhaben und bis zum 31.Dezember 2021 befristet.

Infos per E-Mail an anne.kete-ebetina@zrb-weiden.de

oder unter Telefon(0961) 481 78 68

 

Autor: Udo Fürst